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Klöster, Wein und Wanderlust: Der anspruchsvolle Weg ist einzigartig, weil er gleich sechs Klöster verbindet. Dieses Jahr wird 10-jähriges Jubiläum gefeiert. Doch die Weinregion Rheingau bietet Wanderern weit mehr Attraktionen.  

Der Rheingauer Klostersteig (29,8 km, 814 Hm) ist mit 8:30 Stunden Gehzeit (ohne Pausen) durchaus anspruchsvoll, wenn man an einem Tag unterwegs sein will. Er führt durch eine malerische Landschaft, die vom Wein geprägt ist, und verbindet auf so kurzer Distanz immerhin sechs teils lebendige Klöster, in denen noch nach überlieferten Klosterregeln gelebt wird. Uns erwarten 45 000 Schritte meditatives Wandern für das man sich Zeit nehmen darf.

Ruhe atmen, Stille hören, Seele spüren.

Der Klostersteig ist kein Wanderweg wie jeder andere. Unterwegs von Kloster zu Kloster bekommt man ein Gespür davon, was Pilgern bedeutet. Spezielle Orte laden zum Innehalten ein, Ruhebänke und Schautafeln helfen, dass Interessierte neben all der Naturerfahrung auch Gelegenheit zu innerer Einkehr finden. Zum Weg gibt es ein kleines Büchlein, einen 48-seitigen „Pilgerpass“, eigens für Klostersteigwanderer verfasst mit Platz für sechs Stempel als Zeugnis für das Geleistete, die es an jedem Kloster gibt. Dazu gibt es nützliche Infos zu den Klöstern, die auf dem Weg liegen, und spirituelle „Impulse“ für den Weg. Fragen, die zum Nachdenken anregen.

Wer langsam geht, geht gut.
Wolfgang Blum, Journalist, Wander- und Pilgerführer

Eine einmalige Klosterdichte.

Die Pilgertour startet bei der ehemaligen Zisterzienserabtei Eberbach (bei Eltville), an der am besten erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlage Europas. Die schaurig-schöne Kulisse ist vielen vielleicht noch aus dem Film „Der Name der Rose“ (1985) mit Sean Connery vertraut. Auf dem Qualitätsweg geht es weiter zum Schloss Johannisberg. Das ehemalige Kloster (1106 von Benediktinern gegründet) mit seiner mächtigen Basilika ist heute eine feine Adresse großer Weinkultur. Nur fünf Kilometer liegen die die Klöster Marienthal, Nothgottes und St. Hildegard auseinander – das ist einmalig in Deutschland. Kloster Marienthal ist seit 700 Jahren ein Wallfahrtsort für alle die seelische Erleichterung suchen. Kaum eine halbe Stunde entfernt, abgeschieden im Wald, liegt das frühere Kapuzinerkloster Nothgottes (aus dem 14. Jahrhundert). Hier führte bis vor Kurzem eine kleine Gemeinschaft vietnamesischer Zisterzienser ein kontemplatives, nach innen gerichtetes Leben. Die Abtei St. Hildegard liegt seit dem 12. Jahrhundert mitten in den Weinbergen über Rüdesheim. Die heutige Klosteranlage ist im neoromanischen Stil und wurde erst 1904 fertig und ist heute ein touristisches Highlight. Kloster Marienhausen ist das Ziel des Klostersteigs. Jugendliche und Künstler mit Beeinträchtigung haben 2010 das Gotteshaus grundlegend saniert und künstlerisch ausgestaltet, erzählt Pfarrer Kurt Weigel. In dieser besonderen Kulisse wird jedem Pilger, der nach den etwa 45 000 Schritten hier ankommt, eine Urkunde und ein hölzernes, handgefertigtes Eberbacher Kreuz überreicht.

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