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Wandern und regionaler Genuss

 

Wandern und Geniessen gehören einfach zusammen, das ist ein offenes Geheimnis. Dieses Jahr steht vor allem der regionale Genuss im Fokus des Deutschen Wanderverbands (DWV). Im Interview erklärt DWV-Geschäftsführerin Ute Dicks genau, warum das so gut passt.

 

Wanderbares Deutschland: Regionale Produkte sind in aller Munde. Seit Jahren. Warum springt nun auch noch der Deutsche Wanderverband auf diesen Zug auf?

Ute Dicks: Der Deutsche Wanderverband setzt sich seit seiner Gründung vor über 130 Jahren nicht nur für den Naturschutz ein, sondern auch dafür, dass die Menschen gesund leben. Außerdem war die Bewahrung kultureller und regionaler Besonderheiten von Anfang an ein großes Thema.

 

Was haben regionale Produkte mit dem Naturschutz zu tun?

Da gibt es viele Berührungspunkte. Zum Beispiel fördert der Verzehr dieser Produkte den Anbau regionaler, alter Sorten und trägt damit zur biologischen Vielfalt bei. Dazu kommt, dass die Produkte über kurze Wege zum Verbraucher gelangen. Das reduziert den Straßenverkehr und damit den CO2-Ausstoß. Die Ökobilanz ist viel günstiger als bei Nahrungsmitteln, die mit dem Flugzeug um die halbe Welt transportiert werden. Angesichts dessen, dass durch den Menschen verursachte CO²-Emissionen zunehmend unser Klima beeinflussen und die negativen Auswirkungen für Mensch und Natur bereits jetzt nicht mehr zu übersehen sind, ist das ein besonders starkes Argument für regionale Produkte. Nicht zuletzt sind die Nahrungsmittel vom andern Ende der Welt oftmals nicht so gesund wie die aus der eigenen Region.

 

Warum soll der Apfel aus dem Alten Land oder von der Streuobstwiese in Nordhessen gesünder sein als der aus Neuseeland?

Zuende gereiftes Obst und Gemüse besitzen ein komplettes Nährstoffprofil. Produkte von weiter weg müssen oft unreif geerntet werden, ihre Nährstoffversorgung wird frühzeitig unterbrochen. Außerdem besteht auf kurzen Transportwegen keine Gefahr, dass die Lebensmittel ihre wertvollen Inhaltsstoffe verlieren. Nicht zuletzt schmeckt es schlicht besser. Das gilt auch für Fleisch. Wenn das Vieh vom Bauernhof zum Schlachthof nur kurz unterwegs ist, sind die Tiere weniger Stress ausgesetzt. Sie produzieren weniger Stresshormone und das macht das Fleisch zart und aromatisch.

 

 

Viele ländliche Regionen verlieren gerade massiv an Bevölkerung. Kann eine stärkere Wertschätzung regionaler Produkte den Trend stoppen?

Sicher ist, dass der Kauf regionaler Lebensmittel die Landwirte vor Ort unterstützt. Das Geld bleibt in der Region und kann reinvestiert werden. Dazu schafft Regionalität Identität: Wir essen nicht irgendein anonymes Produkt vom anderen Ende der Welt, sondern die Birne von der Wiese nebenan.

 

Und welche Rolle spielen die Wanderer dabei?

Wanderer haben eine hohe Affinität zu regionalen Besonderheiten, probieren zum Beispiel gerne regionaltypische Gerichte und berichten zuhause davon. So werden Wanderer gewissermaßen Botschafter der besuchten Regionen.

 



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