Der Rothaarsteig setzt seit über zwei Jahrzehnten auf langlebige und nachhaltige Infrastruktur entlang des Wanderweges. Das eigens entwickelte Mobiliar ist robust, wartungsfreundlich und aus heimischen Materialien gefertigt. Ein spezielles, modulares Wegweisungssystem ermöglicht zudem einfache Reparaturen und eine ressourcenschonende Wartung. Ergänzt wird dieser Ansatz durch soziale Kooperationen mit Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, wodurch regionale Wertschöpfung und Inklusion verbunden werden.

Ausgangslage

Wanderinfrastruktur ist tagtäglich Wind, Wetter und hoher Nutzung ausgesetzt. Viele klassische Lösungen  sind wenig langlebig, schwer zu reparieren und binden kaum regionale Ressourcen. Gleichzeitig fehlt es oft an sozialen Impulsen und lokalen Wertschöpfungsketten im Ausbau und Erhalt der Infrastruktur. Der Rothaarsteig suchte daher früh nach nachhaltigen, robusten und sozial eingebetteten Lösungen, die den besonderen Anforderungen eines Fernwanderwegs gerecht werden und langfristig tragfähig sind.

Umsetzung

Der Rothaarsteig entwickelte ein langlebiges Konzept für die Infrastruktur entlang des Wanderweges, insbesondere bei Mobiliar und Wegweisern.

 

Mobiliar:
Für den Fernwanderweg wurde eigens eine Serie robuster Sitzgelegenheiten entworfen, bestehend aus feuerverzinktem Untergestell und Latten aus heimischem Douglasienholz. Die Holzelemente halten bei regelmäßiger Pflege (z. B. Entfernen von Moos und Algen) bis zu 20 Jahre. Danach lassen sich die einzelnen Holzkomponenten problemlos ersetzen, wodurch die Gestelle viele Jahrzehnte im Einsatz bleiben können. Das spart Material, Geld und Ressourcen.
 

Wegweisungssystem: 
Ein zentrales Element des nachhaltigen Infrastrukturkonzepts am Rothaarsteig ist das eigens entwickelte, modulare Wegweisungssystem. Als Fundament dienen wiederverwendete Leitplankenpfosten („Erdeisen“), die ohne Beton mithilfe eines Presslufthammers ins Erdreich eingebracht werden. Ein Nachteil des Verfahrens besteht darin, dass vor dem Einbau geprüft werden muss, ob sich unterirdische Leitungen wie Strom-, Wasser- oder Telefonleitungen am Standort befinden. Dies erfordert zusätzliche Abstimmungen mit Versorgungsbetrieben oder den Einsatz eines Detektors.


Dem steht der entscheidende Vorteil gegenüber, dass die Erdeisen auch ohne Beton eine äußerst stabile und langlebige Verankerung ermöglichen. Auf ihnen werden Lärchen-Kanthölzer als Holzpfosten montiert, an denen witterungsbeständige Vollaluminiumschilder befestigt sind. Das System ist so konzipiert, dass die Pfosten sowie Schilder als einzelne Bauteile bei Bedarf unkompliziert ausgetauscht werden können, während das Erdeisen im Boden verbleibt. Selbst bei leichten Beschädigungen, etwa durch Holzrücker oder umgestürzte Bäume, lassen sich die Erdeisen meist weiterverwenden. Sollte ein vollständiger Austausch doch nötig sein, können die Erdeisen rückstandsfrei aus dem Boden gehebelt werden.


Soziale Kooperation: 
Ein weiterer Baustein des nachhaltigen Gesamtkonzepts am Rothaarsteig ist die Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen der Region. So werden etwa die Holzarme zur Befestigung der Schilder in einer Werkstatt gefertigt, in der Menschen mit Behinderung beschäftigt sind. Eine weitere Einrichtung übernimmt, ebenfalls gegen Entgelt, Logistikaufgaben wie den Versand von Informationsmaterial, die Abwicklung des kleinen Wandershops sowie die Lagerung von Material. Diese Kooperationen verbinden ökologische und soziale Nachhaltigkeit auf vorbildliche Weise: Sie schaffen zuverlässige Strukturen, sichern sinnstiftende Arbeitsplätze und stärken die regionale Teilhabe.

  • Rothaarsteigverein e. V. 

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