Auf den Spuren von Johann Wolfgang von Goethe durch die Wälder und über die Höhen rund um Ilmenau im Thüringer Wald wandern.

Was ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert.
J. W. von Goethe

Für eine Weile abtauchen tat Goethe am liebsten im Thüringer Wald, genauer gesagt, rings um Ilmenau – einer Landschaft mit bewaldeten Gipfeln und imposanten Felsformationen.

Auf dem Goethewanderweg wird jedenfalls schnell klar, warum der Promi-Dichter diese Gegend so vergötterte: Die Ausblicke vom Kickelhahn und Großen Hermannstein sind ein Traum, das Finstere Loch gleicht eher einem Fenster zum Urwald, und die blühenden Bergwiesen sind eine Wucht. Wer Wandern auf urigen Pfaden bevorzugt, wird diesen Weg lieben. 

»Aller Anfang ist leicht …« schrieb Goethe in seinem 1821 erschienenen Roman »Wilhelm Meisters Wanderjahre«. Wie recht er damit hat: Angekommen in Ilmenau, der Universitätsstadt am Rande des Thüringer Waldes, ist man vom Bahnhof in wenigen Gehminuten am Markt mit dem GoetheStadtMuseum.

Wer mag, kann sich hier auf den Wanderweg einstimmen – mit Geschichten über Goethe als Dichter, Staatsbeamten und Naturforscher. Vor dem Museum sitzt der ehrwürdige Geheimrat als Bronzeskulptur in Lebensgröße auf einer Bank.

 

Goethes Leidenschaft galt der Natur – wie ein roter Faden zieht sie sich durch sein Leben und seine Werke. Mal betrachtete er sie philosophisch, mal wissenschaftlich. Am Stadtrand von Ilmenau betritt man herrlichen Mischwald aus hohen Buchen, Ahorn- und Lindenbäumen. Ein zarter Duft von Lindenblüten liegt in der Luft, Vögel zwitschern um die Wette, üppige Blaubeersträucher säumen den Wegabschnitt. Der Weg wird bald zu dem, wofür ihn viele schätzen: ein uriger Pfad, gesäumt von Felsen und schattenspendenden Bäumen.

Der schmale Weg verläuft nun steil bergan. Es geht über Steine, Kiefernzapfen und Wurzelgeflecht hinweg. Die Berthaquelle lädt zum Arme- und Gesichtkühlen ein.

Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.
J. W. von Goethe

Der nahe Schwalbenstein, auf dem schon zu Goethes Zeiten eine Schutzhütte stand, zählte zu dessen Lieblingsplätzen. Er fand diese Stelle so inspirierend, dass er hier den kompletten 4. Akt seines Bühnenwerkes »Iphigenie auf Tauris« schrieb – wohlbemerkt, an einem einzigen Tag.

 

An der Marienquelle und dem Emmastein vorbei geht es hinunter nach Manebach, einem staatlich anerkannten Erholungsort im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald, bevor es endgültig auf den Ilmenauer Hausberg geht. Zuvor sollte man sich wegen der Aussicht den anregenden Abstecher über die Leitertreppe auf den Großen Hermannstein gönnen. In der Höhle im mächtigen Fels verweilte Goethe einst mit seiner engen Freundin Charlotte von Stein.

 

Noch ein Mal wird es steil bis auf den Kickelhahn. Im berühmten Goethehäuschen auf dem Ilmenauer Hausberg schrieb Goethe einst an die Wand »Über allen Gipfeln ist Ruh ...«, dann lockt das Berggasthaus zu Kaffee und Kuchen, bevor es Zeit für den Abstieg zum Museum Jagdhaus Gabelbach und durch Wiesen voller gelbleuchtender Arnika weiter nach Stützerbach ist.

 

Gute Luft ist seit jeher ein Markenzeichen des Ilmenauer Ortsteils Stützerbach. Weshalb es gerade im staatlich anerkannten Luftkurort auf dem Dach des Thüringer Waldes eine so hohe Luftqualität gibt, erläutern 11 Tafeln auf dem »AtemWeg«, die unter dem Aspekt moderner Wellness-, Sport- und Erholungsansprüche auch zum Mitmachen einladen. Auch therapeutische Ansätze, insbesondere zum Schwerpunktthema Atemtechniken und präventive Gesundheitsförderung, spielten bei der Gestaltung des 3,3 Kilometer langen Weges eine Rolle.

Ilmenau

Ilmenau

Goethewanderweg

20 km lange Wanderung auf Goethes Spuren durch dichte Wälder und malerische Täler zwischen Ilmenau und Stützerbach.

GoetheMuseen 

Wer sich dem Leben und Wirken des Dichterfürsten in Ilmenau intensiver widmen möchte, besucht diese drei sehenswerten Museen:

 

Im GoetheStadtMuseum Amtshaus erfährt man, warum es Goethe nach Ilmenau verschlug: Im Auftrag des Herzogs ordnete er das zerrüttete Steuerwesen der Stadt und sorgte für die Wiederbelebung des Kupfer- und Silberbergbaus. Als Museum zum Anfassen bietet es Hörstationen, Filme und Tastvitrinen. Beliebtester Anziehungspunkt bei Kindern ist der begehbare Bergwerksstollen mit Klopfgeräuschen.

 

Das Museum Jagdhaus Gabelbach ist ein Geheimtipp für Goethekenner, Naturfreunde und Familien und widmet sich dem Wandel des Waldes am Kickelhahn. Die historisch eingerichteten Wohnräume vermitteln ein gutes Bild von der früheren Einrichtung des Hauses zu Goethes Zeiten. Durch sein Wirken hier vor Ort erhielt er vielfache Anregungen für sein poetisches, malerisches und naturkundliches Schaffen. Im »Gundelachschem Haus« weilte Goethe dreizehnmal. Heute ist darin das Museum Goethehaus Stützerbach untergebracht. Neben dem original Wohn- und Arbeitszimmer Goethes werden verschiedene Schriften zu den geologischen Studien Goethes, Briefe und Zeichnungen sowie das sogenannte »Goethezimmer« gezeigt.

  • Kontakt

    Ilmenau-Information
    Am Markt 1
    98693 Ilmenau
    Tel. 0 36 77/60 03 00
    www.ilmenau.de

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