Mit oder ohne Gipfelbesteigung? Diese Frage stellt sich jenen, die den Harzer-Hexen-Stieg in Angriff nehmen. Denn es steht der mit 1141 Metern höchste Berg Norddeutschlands gewissermaßen »im Weg«: der sagenumwobene Brocken. Apropos Sagen und magische Mythenwelt, Walpurgisnacht & Co.: Hexen sind unterwegs häufig zu sehen, meist als handgemachte Souvenirs. Vor allem aber finden sich auf Schritt und Tritt Zeugnisse der mehr als tausendjährigen Bergbaugeschichte der Region.
Was den Weg besonders macht
Der Harzer-Hexen-Stieg führt von der mittelalterlichen Fachwerkstadt Osterode nach Thale am Anfang des Bodetals, also von West nach Ost durch den Nationalpark Harz. Oder ebenso gut von West nach Ost. Er ist der Einzige, der zwei Bundesländer (Niedersachsen, Sachsen-Anhalt) zusammenbringt. Auf einem alten Handelsweg, auf dem früher Eselkarawanen Brotgetreide in die Bergbausiedlungen brachten, geht es zunächst in den Oberharz.
Bei Altenau ändert sich das Landschaftsbild schlagartig. Denn im »Urwald von morgen« – dem Nationalpark Harz – darf die Natur machen, was sie will. Baumriesen und Totgehölz, enge Pfade und Bohlenstege ziehen sich bis Torfhaus. Später felsige Schluchten, steil aufragende Klippen. Auf der nördlichen Route folgt der Harzen-Hexen-Stieg dann dem Fluss Bode. Der Staudamm der Rappbodetalsperre ist mit 106 Metern so hoch wie der Assuanstaudamm in Ägypten.
Sehenswertes unterwegs
Die bunten Bergwiesen um Buntenbock, jahrtausende alte Hochmoorflächen, die Bergwildnis und über 100 Bergbauteiche sowie etliche Kilometer schmale Wassergräben – es sind Relikte eines weltweit einzigartigen, vorindustriellen Energieversorgungssystems (»Oberharzer Wasserwirtschaft«), das seit 2010 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.
Natürlich ist der 1141 Meter hohe Brocken mit seiner markanten Gipfelkuppe, kahl und berüchtigt wegen seines rauen (subalpinen) Klimas, aber im wahrsten Sinne des Wortes der Höhepunkt. Im Brockenhaus gibt es eine Ausstellung zum Nationalpark und zur deutsch-deutschen Teilung, die der Brocken einst symbolisierte.
Auf der letzten Etappe, in der Bodetal-Schlucht kurz vor Thale, überraschen ein gigantischer Hufabdruck im Granitfels (die »Roßtrappe«), der Hexentanzplatz und die Teufelsbrücke.
Liebenswert sind die 12 künstlerischen Installationen (»Erlebnisinseln«) unterwegs: Von der »Kiepenfrau«, dem Wasserknecht bis zum Spiel mit dem kuriosen Ortsnamen »Elend« zeigen sie Typisches und bieten sich als schöne Fotospots an.
Etappen: 5;
Distanz: 94 km (Variante Brockenumgehung: 107 km); Schwierigkeit: mittelschwer; Höhenmeter: 2135 Hm;
Start: Osterode am Harz;
Ziel: Thale am Ausgang des Bodetals;
Charakteristik: aussichtsreich und geologisch interessant
Kontakt
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