Unter dem Motto »Wo Fels und Wasser dich begleiten« führt der 313 Kilometer lange Eifelsteig zwischen den geschichtsträchtigen Städten Aachen und Trier in das größte noch intakte Hochmoor Europas (das Hohe Venn), das felsige Rurtal, durch den einzigen Nationalpark Nordrhein-Westfalens, vorbei an den Zeugen der vulkanischen Vergangenheit der Eifel in der Vulkaneifel bis zu den markanten Buntsandsteinfelsen oberhalb von Trier.
Was den Weg besonders macht
Wer der Erdgeschichte ganz nah kommen will – unterwegs auf dem Eifelsteig gibt es besten Anschauungsunterricht: Vulkankrater, Basaltkuppen und ehemalige Lavaflüsse erzählen von einer feurigen Vergangenheit. Besonders eindrucksvoll sind die Maare – durch explosive Eruptionen entstandene Vulkantrichter, die sich mit Wasser gefüllt haben und heute als stille Seen erscheinen. Am bekanntesten sind die drei »Dauner Maare«: Gemündener, Weinfelder und Schalkenmehrener Maar. Auch das natürlich kohlensäurehaltige Mineralwasser zeugt von den Prozessen tief im Inneren der Erde.
Neben eindrucksvollen Landschaftsbildern sind es bedeutende Klöster und Burgen, die auf dem Eifelsteig begeistern. Und immer wieder stoßen Wanderer auf Spuren der Römer, etwa ein fast 2000 Jahre altes Kupferbergwerk. Im Nationalpark Eifel, etwa 60 Kilometer südlich von Köln, formieren sich Wald, Wasser, Felsen und Moore teilweise zur Wildnis. Sogar Wildkatzen streifen wieder durch die dichten Wälder zwischen dem fjordartigen Rursee und Urftsee.
Sehenswertes unterwegs
Eine Legende erzählt von Kaiser Karl dem Großen, der sich während einer Jagd von seiner Residenz in Aachen aus im Hohen Venn verirrte. Er nächtigte also auf einem großen Quarzitfelsen, heute als »Kaiser Karls Bettstatt« bekannt – und ein beliebter Picknickplatz für Wanderer auf Etappe 2 des Eifelsteigs. Es gibt da eine kleine Schutzhütte und Sitzplätze um den Felsen. Eine Vertiefung markiert die Stelle, an der der Kaiser (angeblich) seinen Kopf zur Ruhe legte.
Es ist das stete Wechselspiel der Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser, das den Eifelsteig so spannend macht. Die Tour im Hohen Venn im Deutsch-Belgischen Naturpark ist eher gemütlich. Über schmale Pfade und Holzstege führt der Weg durch eines der letzten Hochmoore Europas, später geht es durch die Mischwälder des Nationalparks Eifel weiter zur Staumauer der Urfttalsperre.
Ein beeindruckendes Zeugnis deutscher Geschichte erwartet Wanderer auf der Dreiborner Hochfläche. Die ehemalige Ordensburg Vogelsang, mit der Nationalsozialisten einst ihre menschenverachtende Überheblichkeit demonstrierten, ist heute ein Internationaler Platz (IP) für Toleranz, Vielfalt und ein friedliches Miteinander.
Über die grüne Grenze nach Rheinland-Pfalz geht es schließlich in Blankenheim, wo die Landschaft erneut ihr Gesicht verändert. Herausragende Naturschauspiele in der Vulkaneifel sind unter anderem der wachsende Wasserfall Dreimühlen, die Dolomitfelsen in Gerolstein und natürlich die »blauen Augen der Eifel«, die Maare. Die kreisrunden vulkanischen Kraterseen entstanden durch gewaltige Explosionen, sie prägen die Landschaft und sind das Wahrzeichen der Vulkaneifel.
Von dort sind es dann auch nur noch ein paar Etappen zum Zielort Trier. Und die sollten Wanderer auf keinen Fall auslassen. Denn auf den Etappen 11 und 12 verläuft der Eifelsteig parallel zum Lieserpfad – der gehört zu den schönsten Wanderwegen der Welt. Sagt sogar einer wie »Wandermeister« Manuel Andrack.
Übrigens: Für Wanderreisen bietet die Eifel Tourismus GmbH eine Reihe von individuellen Wanderurlauben an.
Etappen: 15; Distanz: 313 km;
Schwierigkeit: schwer;
Höhenmeter: 7633 Hm;
Start: Aachen; Ziel: Trier;
Charakteristik: gute Grundkondition erforderlich, acht Etappen sind über 20 km lang
Kontakt
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