Auf geht’s, um verborgenen Schätze zu entdecken. Die stille Gegend der Qualitätsregion Bliesgau südöstlich von Saarbrücken, direkt an der Grenze zu Frankreich, entpuppt sich „als Wundertüte voller Sensationen“.

Wenn Wolfgang Henn einen Text wie diesen aus dem Reisebuch »Unterwegs durchs unbekannte Deutschland« (Kunth Verlag) liest, freut ihn so eine Würdigung natürlich. Denn es ist eine wunderbare Bestätigung. Schließlich hat er als Geschäftsführer der Saarpfalz-Touristik mit seinem Team Jahre dafür gearbeitet, um Gästen die Vielfalt und Schönheit der Region näherzubringen. Vor drei Jahren konnte sich der Bliesgau unter 44 Bewerbern als „nachhaltigste Tourismusdestination Deutschlands“ durchsetzen. Letztes Jahr siegte der Bliessteig als „Deutschlands Schönster Wanderweg“ in der Kategorie Mehrtagestouren und im Herbst wurde der Bliesgau zudem als „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ zertifiziert. 

Es war ein langer Weg aber jetzt sind wir als Wanderregion top aufgestellt und rücken auch offiziell in die Königsklasse des Wanderns auf.
Wolfgang Henn, Geschäftsführer der Saarpfalz-Touristik

UM DIE QUALITÄT ZU ERHÖHEN… 

wurde das alte Wegenetz optimiert und deutlich verkleinert. Klasse statt Masse. Die Broschüre „Bliesgau-Pfadfinder“ gibt eine gute Orientierung und listet insgesamt 96 Rundwege zu verschiedenen Themen auf. Kulturwege wurden angelegt, Familientouren, Panoramawege, Naturpfade und Wege am Wasser erweitern das Angebot. Insgesamt wurden 22 000 Zwischenbeschilderungen, 700 Wegweiser und 63 Wanderinformationstafeln aufgestellt. Um die Anerkennung als Qualitätsregion zu erreichen, musste auch ein längerer Wanderweg konzipiert werden. Dies verlangen die Regeln des Deutschen Wanderverbands. Der 108 Kilometer lange Bliessteig im Südosten des Saarlands ist der Leuchtturm für Wanderqualität im Bliesgau. Er startet im französischen Sarreguemines (Saargemünd), führt zum größten Teil durch die Biosphäre Bliesgau und endet in Bexbach im Norden. Anfangs gibt der Fluss Blies den Weg vor. Lichte Auenwälder, wilde Natur. Später geht es durch eine parkähnliche, sanft wellige Hügellandschaft mit Streuobstwiesen. Und im nördlichen Teil (Etappe 4 bis 9) warten Weiher, tiefgrüne Wälder und abseits größerer Zentren historische Relikte wie die Klosterruine Wörschweiler, die Vauban-Festung. 

NATURSCHUTZ – EIN GROSSER SCHRITT IN RICHTUNG ZUKUNFT

Vor 17 Jahren wurde ein Großteil des Bliesgaus als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt – als eine von nur 17 Regionen hierzulande. Ausschlaggebende Kriterien damals: die besondere Stadt-Land-Beziehung, die reizvolle Landschaft und das beispielhafte Zusammenwirken von Mensch und Natur. Die weltweit 748 Biosphärenreservate sind Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung. Sie bewahren schützenswerte Natur, aber anders als in Nationalparks sollen hier die konkurrierenden Interessen zwischen Naturschutz und Bewirtschaftung in Einklang kommen. Üppiges Grasland, ausgedehnte Streuobstwiesen, Weide- und Ackerflächen, alte Buchenwälder und Gehölzstreifen, sanfte Hügel und kleine schmucke Dörfer prägen die Landschaft des Bliesgaus. 

Der Bliesgau ist ein „kleingekammertes Nutzungsmosaik.
Dr. Andreas Stinsky, Archäologe und Kulturreferent vom Saarpfalz-Kreis 

FLORA UND FAUNA UND KULINARIK IM BIOSPHÄRENRESERVAT BLIESGAU

Über verwunschenen Auwiesen klappert der Storch, ein seltener Scheckenfalter taumelt durch den Bodennebel, und zwischen Streuobstwiesen flüstert die Blies ihr zeitloses Lied. Weißstörche ziehen hier ihren Nachwuchs auf. Im Beeder Biotop südlich von Homburg, zwischen Flutmulden, Nassbrachen und Weidengebüsch, äsen Konikpferde, Wasserbüffel und Heckrinder. Rund um Gersheim gedeiht die Hälfte der in Deutschland heimischen Orchideenarten. Ein 2,7 Kilometer lange Orchideenpfad mit seinen zehn Erklärstationen ist ein lohnendes Ziel.

 

Im Bliesgau gelingt es bestens Natur, Kultur, Kulinarik und Lebensfreude zu verbinden. Dabei hilft sicherlich die geografische und mentale Nähe zu Frankreich, aber auch der Stolz regionaler Bauern, Landmetzger, Käser & Co., die auf Qualität großen Wert legen. Schließlich lebt man hier nach dem inoffziellen Saarland-Motto: „Hauptsach gudd gess!“ Dafür stehen unter anderem der Ölmüller Hans Pick, der aus Senfkörnern, Raps oder den Samen des Leindotters köstliches Speiseöl gewinnt; Christine Breyer (MaLis Délices), die auf Gut Hartungshof in Bliesransbach in liebenswerter Handarbeit Marmeladen und Liköre produziert; Ralf Meisel aus Wörschweiler, der feingemasertes Holz zu formschönen Mönchstatuen veredelt; oder Marco Hillinger, der Besucher als Schlossgardist in voller Montur durch Blieskastel führt.

  • Kontakt

    Saarpfalz-Touristik 
    Paradeplatz 4  
    66440 Blieskastel 
    Tel. 49 (0) 6841 104-71 74 
    touristik@saarpfalz-kreis.de  
    www.saarpfalz-touristik.de