Mit dem Feldberg erhebt sich in Baden-Württemberg der höchste deutsche Berg außerhalb der Alpen, oft besucht und vielgerühmt. Doch es gibt zwischen Odenwald und Bodensee noch mehr »höchste Berge« zum Erwandern und Entdecken – ganz bequem, sportlich fordernd und sogar mit „Mutproben“ gespickt. Thomas Bichler hat die Höhepunkte seiner Heimat erkundet und dabei auch neue Sehnsuchtsorte entdeckt und eine Challenge für den Sommer 2026 angenommen.

Was ist ein Sehnsuchtsort?

Für die einen sind es mit Palmen gesäumte Sandstrände in der Südsee oder schimmernde Eisberge in der Arktis, Achttausender im Himalaya oder endlose Wüsten in Afrika. Doch es geht auch ohne Ozean, Flugticket und Fernweh. Denn so mancher »Place-to-be« liegt direkt vor der eigenen Haustür, man muss ihn nur entdecken. Sind es sanfte Streuobstwiesen mit summenden Bienen und blühenden Blumen oder doch lieber wilde Schluchten in denen das Rauschen von Wasser wiederhalt? Ist es die Stille mystischer Moore oder sonnengeflutete Weinberge mit quirligen Vogelschwärmen? Oder sind es dichte Wälder, die jeden Laut schlucken, glitzernde Seen und luftige Höhen?

Challenge für den Sommer 2026

Wer letzteres sucht, für den haben wir sieben Wanderziele für eine ganz persönliche Challenge: wie wäre es mit einer Besteigung der sieben höchsten Berge der verschiedenen Regionen Baden-Württembergs? Vom Odenwald und dem Schwäbisch-Fränkischen Wald im Norden geht es über die Schwäbische Alb und durch den Schwarzwald in die Weinberge des Kaiserstuhls und schließlich ganz nach Süden, auf die Vulkankegel des Hegaus am westlichen Bodensee und ins Westallgäu. Obwohl alle Gipfel in Mittelgebirgen liegen, hat jeder seinen ganz eigenen Charakter.

  • Hängebrücke Lehmberg
    Hängebrücke Lehmberg

    Kontrollierten Nervenkitzel bieten eine ganze Reihe von Hängebrücken in Baden-Württemberg. Ein paar davon liegen direkt an den Wanderwegen und können kostenlos begangen werden, so etwa die Hängebrücke zwischen Hochberg und Oberhohenberg, ganz in der Nähe vom Lemberg. Der 33 Meter hohe Stahlgerüst-Turm an dessen Gipfel gehört eigentlich auch in diese Kategorie, denn um die Aussicht richtig genießen zu können, braucht es schon ein wenig Schwindelfreiheit: Bei Wind kommt die offene Konstruktion gerne ins Schwingen. Eine weitere Hängebrücke kann man im Fürstlichen Park Inzigkofen begehen. Die „Spinnennetzkonstruktion“ spannt sich quer über die Donau. Historisch ist dagegen die Hängebrücke am Schloss Achberg über die Argen. Soll es höher und atemberauender werden? Dann ab auf die beiden Hängebrücken bei den Todtnauer Wasserfällen und in Bad Wildbad. Die BLACKFORESTLINE und die WILDLINE spannen sich in schwindelerregender Höhe über die Täler. Ganz neu ist die sanft geschwungene NECKARLINE in Rottweil, eine der längsten Hängebrücken in Deutschland.

  • Wasserfall im Hörschbachtal
    Wasserfall im Hörschbachtal © TMBW / Dietmar Denger

    An Wasser mangelt es in Baden-Württemberg nicht. Große und kleine Seen, idyllische Flussläufer, wilde Schluchten und tosende Wasserfälle – vom Odenwald bis zum Bodensee finden sich zahlreiche Plätzchen, um die Gedanken mit dem Sound des Wassers schweifen zu lassen – mal lieblich gurgelnd, entspannend plätschernd oder wild und ungezwungen rauschend. Es gibt kaum ein beruhigenderes Geräusch als die Töne des Wassers. Rund 70 Seen und unzählige Weiher warten auch einen Besuch. Mehr als 120 Wasserfälle, darunter die größten und höchsten Kaskaden in Deutschlands Mittelgebirgen (die sieben Fallstufen der Triberger Wasserfälle 163 Meter und der 60 Meter freie fallende Todtnauer Waserfall) finden sich im Schwarzwald. Auch die Schwäbische Alb lässt sich nicht lumpen: am bekanntesten ist der 67 Meter hohe Uracher Wasserfall. Auch im Hegau und auf der Fränkischen Alb gibt es beeindruckende Naturschauspiele.

  • Aussicht vom Buchberg
    Aussicht vom Buchberg

    Stuttgarter Fernsehturm, Felskuppe auf der Schwäbischen Alb, Weinbergspavillon am Neckar oder Hochmoor im Schwarzwald? Ein Aussichtspunkt bietet so viel mehr als „nur“ schöne, weite Blicke. Es sind auch Plätze zum Tagträumen, Bühnen für große Gefühle und Startpunkte für neue Perspektiven, egal ob man sie auf einer ausgedehnten Wanderung erklommen hat oder mit dem Aufzug in die Höhe gesaust ist. Viele dieser besonderen Spots im Südwesten haben wir im diesjährigen Magazin vorgestellt: natürlich jeder der sieben Summits, die Sonnenuntergangsspots auf der Schwäbischen Alb (der Burgstall bei Türkheim, der Breitenstein bei Bissingen an der Teck, der Böllat bei Albstadt-Burgfelden, der Lochenstein hoch über Balingen oder die Burgruine Wartstein im Lautertal), die Fatimakapelle am Ortenauer Weinpfad, die Gipfelpyramide auf dem Kandel am ZweiTälerSteig, oder der Buchberg bei Blumberg. In Baden-Württemberg findet sicherlich jeder seinen ganz persönlichen Sehnsuchstort.