Auf dem Weg zur Qualitätsregion

Nur neun Regionen in Deutschland tragen bislang das Zertifikat „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“. Der Weg dorthin ist lang, anspruchsvoll und vor allem gemeinschaftlich organisiert. Wie intensiv dieser Prozess ist, zeigte sich kürzlich bei einer Arbeitskreissitzung im Naturpark Eichsfeld Hainich Werratal in Heyerode.

Nur neun Regionen in Deutschland tragen bislang das Zertifikat „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“. Der Naturpark Eichsfeld Hainich Werratal ist auf dem besten Weg, die zehnte Region zu werden.
Nur neun Regionen in Deutschland tragen bislang das Zertifikat „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“. Der Naturpark Eichsfeld Hainich Werratal ist auf dem besten Weg, die zehnte Region zu werden. | © L. Jordan / DWV

Dort traf sich Liane Jordan, Leitung Qualitätsmanagement Wanderbares Deutschland & Leading Quality Trails – Best of Europe beim Deutschen Wanderverband, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Naturpark, Tourismus und Nationalpark. Im Mittelpunkt standen die Anforderungen an die Entwicklung zur „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“. Gemeinsam wurden Kriterien, Herausforderungen und Entwicklungsschritte für die Zertifizierung besprochen. Ergänzend dazu führte eine kleine Besichtigung durch Teile der bestehenden Wanderinfrastruktur.


„Eine Qualitätsregion entsteht nicht allein durch gute Wege. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Infrastruktur, Gastfreundschaft, Orientierung, Service und verlässlicher Zusammenarbeit innerhalb der Region“, sagte Liane Jordan. „Schon der Zertifizierungsprozess schafft vielerorts ein neues Bewusstsein dafür, was eine Region als Wanderdestination leisten kann und wie wichtig gemeinsame Qualitätsstandards für Gäste und Betriebe sind.“


Genau darin liegt die besondere Wirkung des Qualitätsprozesses. Die Kriterien dienen nicht nur als Prüfmaßstab, sondern auch als strategisches Arbeitsinstrument für Regionen. Wegeführung, Beschilderung, ÖPNV-Anbindung, Unterkünfte, Information und Besucherlenkung werden systematisch analysiert und weiterentwickelt. Dadurch entstehen belastbare Kooperationen zwischen Tourismus, Naturschutz, Kommunen, Gastgebern und ehrenamtlich Engagierten. Viele Regionen entwickeln auf diesem Weg erstmals ein gemeinsames Verständnis ihrer touristischen Identität.
Davon profitieren nicht nur Wandernde, sondern auch die regionale Wirtschaft. Nach Angaben des Deutschen Wanderverbandes gehen rund 40 Millionen Menschen in Deutschland wandern. Das ist mit erheblichen Ausgaben verbunden. Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack von der Ostfalia Hochschule: „Die Ausgaben auf Wanderungen für Einkäufe, Verkehrsmittel, Unterkunft, Gastronomie, etc. sind seit der letzten Erhebung der Ausgaben im Jahr 2016 gestiegen. Die gesamten Ausgaben pro Tag belaufen sich im Durchschnitt auf 60,54 Euro. Spitzenreiter sind dabei Menschen auf Mehrtageswanderungen im Urlaub, die im Durchschnitt 161,90 Euro pro Tag inkl. Unterkunft ausgeben.“


Besonders ländliche Räume können durch qualitätsorientierten Wandertourismus zusätzliche Wertschöpfung erzielen, Saisonzeiten verlängern und kleinere Betriebe stärken. Gleichzeitig wächst mit einer klar erkennbaren Qualitätsstrategie die Sichtbarkeit einer Region im Wettbewerb um naturnahe Reiseziele.


Das Zertifikat „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ gilt als Königsklasse im deutschen Wandertourismus. Bewertet werden unter anderem Wegequalität, Infrastruktur, Gastfreundschaft, Informationsangebote und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Für Gäste entsteht daraus ein verlässliches Gesamtangebot aus Naturerlebnis, Orientierung und Service.