Erosion kann zu Schäden an Wanderwegen führen, insbesondere durch die Wirkung von Wasser. Daher sind bauliche Lösungsansätze erforderlich, die eine gezielte Ableitung von Wasser, die Stabilisierung erosionsgefährdeter Wegabschnitte sowie die sichere Querung nasser Bereiche ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen einfache und robuste Maßnahmen des Wegebaus sowie deren Einbindung in eine regelmäßige Pflege und Instandhaltung.
Ausgangslage
Wanderwege sind vielfältigen Belastungen ausgesetzt. Naturereignisse wie Starkregen, Überschwemmungen, Stürme oder – in alpinen Regionen – Murgänge, Steinschlag und Lawinen können zu erheblichen Schäden an Wegen und Infrastruktur führen. In vielen Fällen wirkt Wasser als auslösender oder verstärkender Faktor für Erosionsprozesse.
Darüber hinaus entstehen Schäden durch Forstwirtschaft und die Nutzung schwerer Maschinen, sowie durch Tiere und Vegetation. Hinzu kommt die natürliche Alterung baulicher Einrichtungen wie Brücken oder Treppen. Werden Pflege- und Instandhaltungsmaßnahmen nicht regelmäßig durchgeführt oder zu spät umgesetzt, können sich bestehende Schäden ausweiten und der erforderliche Arbeits- und Kostenaufwand deutlich steigen.
Umsetzung
Das Erosionsmanagement auf Wanderwegen basiert auf einer Kombination aus baulichen Maßnahmen und begleitender Instandhaltung und Pflege. Ziel ist es, Wasser kontrolliert zu führen, erosionsanfällige Bereiche zu sichern und die Begehbarkeit der Wege langfristig zu erhalten.
Stabilisierung erosionsgefährdeter Abschnitte
An hanglagigen oder stark beanspruchten Wegen können konstruktive Maßnahmen eingesetzt werden, um Ausspülungen zu begrenzen und die Wegkanten zu sichern. Dazu zählen Hangsicherungen mit Baumstämmen oder Längsholz sowie Aufschüttungen aus lokalem Stein- und Holzmaterial. Diese Maßnahmen stabilisieren die Lauffläche und tragen dazu bei, weitere Erosionsprozesse zu reduzieren.
Entwässerung
Entwässerungsmaßnahmen dienen dazu, Oberflächenwasser frühzeitig aus der Wegtrasse abzuleiten und eine Konzentration des Abflusses zu vermeiden. Zum Einsatz können Querrinnen saus Holz oder lokalem Steinmaterial kommen. Voraussetzung für ihre dauerhafte Wirksamkeit ist eine regelmäßige Kontrolle und Pflege der Entwässerungselemente.
Anpassung an Topografie und Nutzung
In steilen oder stark frequentierten Bereichen können zusätzliche bauliche Elemente erforderlich sein, um Abfluss und Nutzungsdruck zu reduzieren. Dazu können Holztreppen oder Treppenstufen aus Naturstein gehören, vorzugsweise aus der Umgebung. Sie tragen zur Stabilisierung der Wegeführung bei und verringern die erosive Wirkung von Wasser und Nutzung.
Querung nasser/feuchter Bereiche
Nasse oder dauerhaft feuchte Wegabschnitte erfordern bauliche Lösungen, die eine sichere Begehbarkeit ermöglichen und gleichzeitig den natürlichen Wasserabfluss nicht behindern. Ziel ist es, die Wegeführung an die Standortbedingungen anzupassen und zusätzliche Vernässung oder Erosion zu vermeiden. Hierzu zählen unter anderem feste Steinbetten in vernässten Wegabschnitten sowie der Einsatz von Holzbrücken oder Stegen in Feuchtzonen.
Pflege und Instandhaltung
Bauliche Maßnahmen entfalten ihre Wirkung nur dann dauerhaft, wenn sie regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Entwässerungselemente müssen freigehalten, Holz- und Steinkonstruktionen überprüft und bei Bedarf instand gesetzt werden. Eine kontinuierliche Pflege hilft, kleinere Schäden frühzeitig zu beheben und zu verhindern, dass sich Erosionsprozesse ausweiten.
Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt je nach Region durch unterschiedliche Akteure, darunter Forstverwaltungen, Kommunen, Naturparke, Verbände, Fachfirmen sowie ehrenamtliche Strukturen. Klar geregelte Zuständigkeiten und eine regelmäßige Abstimmung sind dabei zentrale Voraussetzungen für ein wirksames Erosionsmanagement.
Berner Wanderwege
Nordring 8 · CH-3013 Bern
Telefon: +41 31 340 01 05
E-Mail: markus.schluep@beww.ch
Web: http://bernerwanderwege.ch
Förderung
Das Projekt hatte eine Laufzeit vom 27. Mai 2024 bis 30. November 2025. Gefördert wurde es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit Begleitung durch das Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes im Rahmen der Fördermaßnahme LIFT-Transformation (Leistungssteigerung und Innovationsförderung im Tourismus).