Bei der Bewegung in der Natur erhöht der Körper die Produktion stimmungsaufhellender Hormone und reduziert die von Stresshormonen. Dies haben Forscher in den USA bei einem Feldversuch mit zwei Laufgruppen, im Freien und in Fitnesshallen, herausgefunden.

Während physiologische Werte wie Herzschlag und Pulsfrequenz bei beiden Gruppen identisch waren, zeigten die Naturläufer einen niedrigeren Spiegel des Stresshormons Cortisol und einen höheren des Stimmungsaufhellers Noradrenalin. Auch die Glückshormone Endorphin und Serotonin werden beim Wandern in der Natur verstärkt ausgeschüttet.

Diese Erkenntnisse haben sich Psychologen zunutze gemacht. Bei der Behandlung von Stress, Depressionen und Angstzuständen wird das Wandern in der Natur, verbunden mit Übungen und Spielen in der Gruppe, immer öfter erfolgreich als Therapiebaustein eingesetzt. Gerade bei psychisch labilen Menschen bringt die Bewegung im Freien das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurück. Studien zufolge nimmt hierdurch die Einnahme von Alkohol, Schlaftabletten und Antidepressiva ab. Dabei ist es allerdings wichtig, die Therapie über einen längeren Zeitraum durchzuführen. Mit der „Bewegungsneurowissenschaft“ hat sich für diese Disziplin sogar ein eigener Begriff etabliert: