Mit der Broschüre „Sicher und respektvoll durch die Natur – Tipps für richtiges Verhalten von Wanderer*innen gegenüber (Wild-)Tieren“ möchte der Deutsche Wanderverband Naturfreund*innen und Outdoorsportler*innen Informationen und Hinweise an die Hand geben, wie man sich selbst und die Tiere schützen kann.

Wer durch Feld, Wald und Wiesen streift, begegnet fast immer Wild-, Nutz- oder Haustieren. Viele Menschen freuen sich über diese Begegnungen: Eichhörnchen hoch oben in den Baumwipfeln oder Schafe auf der Weide sind oft ein Anlass, stehen zu bleiben und die Tiere zu beobachten. Manchmal können Begegnungen zwischen Mensch und Tier jedoch verunsichern. Deshalb haben wir hier die Tipps aus der Broschüre übersichtlich zusammengefasst. 

Allgemeine Hinweise

·         Grundsätzlich verdient jedes Tier unseren Respekt – auch Wildtiere! Die Natur, die wir als Erholungsort nutzen, ist ihr Lebensraum und damit essentiell wichtig für ihren Erhalt.

 

·         Kein Tier, das in Deutschland beheimatet ist, betrachtet den Menschen als Beute.

 

·         Wildtiere weichen dem Menschen eher aus und treten, wenn sie ihm doch mal begegnen, die Flucht an. Es ist daher ratsam bei Begegnungen erst einmal ruhig zu bleiben und dem Tier die Möglichkeit zu geben, sich zurückzuziehen.

 

·         Die Angst vor tollwütigen Tieren ist unbegründet, da es in Deutschland gelungen ist, die Krankheit auszurotten.

Verhaltenstipps

...bei Begegnungen mit Rindern

Bitte betreten Sie keine eingezäunten Weiden und vermeiden Sie es, die Tiere zu stören oder zu erschrecken. Vorsicht ist geboten bei freilaufenden Rinderherden, wie man sie zum Beispiel auf der Alm antrifft. Rinder sind zwar keine aggressiven Tiere, allerdings beschützen Muttertiere ihre Kälber und können äußerst wehrhaft sein. Machen Sie daher möglichst einen großen Bogen um Herden mit Jungtieren. Wenn dies nicht möglich ist, bleiben Sie ruhig und behalten Sie die Tiere im Blick, während Sie langsam weitergehen.

Für Hundehalter*innen gilt: Führen Sie Ihren Hund an der kurzen Leine. Sollte es doch zu einem Angriff kommen, leinen Sie ihn ab, damit er sich in Sicherheit bringen kann.

...bei Begegnungen mit (fremden) Hunden

Wenn Sie unterwegs einem fremden, freilaufenden Hund begegnen und kein*e Besitzer*in in Sichtweite ist, bleiben Sie ruhig. Vermeiden Sie direkten Augenkontakt, denn das könnte er als Bedrohung empfinden. Wenn Sie den Hund im Blick gehalten möchten, schauen Sie auf seine Pfoten. Gehen Sie langsam weiter, aber rennen Sie nicht weg. Versuchen Sie den Hund zu ignorieren, schreien Sie ihn nicht an und gestikulieren Sie nicht wild mit den Armen.

Mit einem faltbaren Napf kann der Hund ganz einfach mit Futter versorgt werden.

Wandern mit Hund

Für alle Hundebesitzer*innen, die Lust auf eine Wanderung mit ihrer geliebten Fellnase haben, gibt hier weitere Infos:

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...bei Begegnungen mit Wildschweinen

Wildschweine sind grundsätzlich friedfertige Tiere und fliehen eher, wenn Menschen in der Nähe sind. Allerdings können die Tiere sehr wehrhaft sein und Menschen schwer verletzen, wenn sie sich bedroht fühlen. Vorsicht gilt insbesondere im Frühling, wenn Tiere mit Frischlingen unterwegs sind. Denn die Bache verteidigt ihre Kinder! Wenn Sie an einem Wildschwein Drohgebärden wie Schnauben, Zähneklappern und einen aufgestellten Schwanz wahrnehmen, machen Sie sich möglichst groß, rufen Sie laut und klatschen Sie in die Hände.

...bei Begegnungen mit Rot-, Dam- und Rehwild

Rehe und Hirsche haben einen ausgeprägten Fluchtinstinkt und werden sich zurückziehen, wenn sie Menschen in ihrer Umgebung wahrnehmen. Dass sie Menschen bewusst angreifen, ist sehr unwahrscheinlich. Nichtsdestotrotz sollen Sie die Tiere nicht bedrängen, erschrecken oder anderweitig stören.

...bei Begegnungen mit Wölfen

Wölfe sind – entgegen weitverbreiteter Vorstellungen in der Gesellschaft – scheue Tiere, die Menschen eher aus dem Weg gehen. Sollten Sie doch mal einem Wolf begegnen, ziehen Sie sich langsam und ruhig zurück. Drehen Sie dem Wolf dabei am besten nicht den Rücken zu. Falls Ihnen doch mal ein Wolf zu nahe kommt, machen Sie sich möglichst groß, zum Beispiel indem Sie die Arme ausstrecken, und rufen Sie ggf. laut.

...bei Begegnungen mit Luchsen

Der Luchs ist nicht nur ein sehr scheues Tier, er ist auch ein Meister der Tarnung. Nimmt er Menschen in seiner Umgebung wahr, wird er versuchen unentdeckt zu bleiben und warten, bis die Menschen weitergezogen sind. Auch beim Luchs gilt: Kommt er Ihnen doch einmal zu nahe, bleiben Sie ruhig und ziehen Sie sich langsam zurück.

Übrigens: Sie können bei der Dokumentation von Wolfs- oder Luchssichtungen mithelfen, indem Sie diese melden. Unter https://www.dbb-wolf.de/Wolfsmanagement/bundeslaender/ansprechpartner finden Sie eine Liste der Wolfsbeauftragten in den jeweiligen Bundesländern. Eine entsprechende Liste für Luchsbeauftragte gibt es leider nicht. Hier hilft die Online-Suche mit dem Stichwort Luchsbeauftragter plus Name des Orts oder Bundeslands (z.B.: Luchsbeauftragter Hessen).

...bei Begegnung mit Füchsen und Waschbären

Waschbären und Füchse sind Menschen gegenüber nicht aggressiv. In Siedlungen kann es aber vorkommen, dass sie sich an Menschen gewöhnen und recht zutraulich werden. Insbesondere Füchse können verschiedene Krankheiten übertragen, die auch für Menschen gefährlich sein können, daher sollten Sie keinen direkten Kontakt zu den Tieren suchen.

Mehr Infos zur Broschüre

Die Broschüre "Sicher und respektvoll durch die Natur – Tipps für richtiges Verhalten von Wanderer*innen gegenüber (Wild-)Tieren" gibt es auch zum Download sowie zum digitalen Durchblättern auf der Website des Deutschen Wanderverbands.

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