Der 450 Kilometer lange Saar-Hunsrück-Steig vom saarländischen Perl an der Mosel quer über den Hunsrück bis nach Boppard am Rhein ist Etappe für Etappe hier beschrieben: Saar-Hunsrück-Steig, auch die Campgrounds sind auf Wanderbares Deutschland zu finden. Im Folgenden wollen wir die Highlights am Weg herauspicken.
Gleich auf den ersten Etappen zwei Höhepunkte: die römische Villa Borg und vor allem die berühmte Saarschleife. Aber auch der Start in Perl, der einzigen Weinbaugemeinde im Saarland, ist verheißungsvoll. Im Dreiländereck zwischen Deutschland, Luxemburg und Frankeich eröffnen sich im Naturschutzgebiet Hammelsberg wunderbare Ausblicke auf das Moseltal. Besonders Orchideen- und Schmetterlingsfreunde kommen hier auf ihre Kosten.
Nach gut vier Stunden wird die Villa Borg erreicht. Wo vor 40 Jahren erste ernsthafte Untersuchungen begannen, ist heute der weitläufige »Archäologiepark Römische Villa Borg« eine touristische Attraktion.
Spannung vor der Saarschleife
Auf der 2. Etappe steigt die Spannung mit jedem Schritt. Endlich steht man am Aussichtspunkt Cloef über der ikonischen Flussschleife. Noch besser .ist die Sicht vom 42 Meter hohen Turm des Baumwipfelpfads. 2007 startete hier der Saar-Hunsrück-Steig. 2012 wurde die Route verlängert: von Perl bis zur Saarschleife. Dadurch wurde auch der historische Ort Schengen (weltberühmt durch das „Schengener Abkommen“) im nahen Luxemburg integriert. 2015 konnte noch eine Erweiterung gefeiert werden: bis nach Boppard im UNESCO-Weltkulturerbe Mittelrheintal. Mit nunmehr 24 Etappen – und wenn man den Abzweig nach Trier mitrechnet sogar 27 Etappen – ist der 415 Kilometer lange Saar-Hunsrück-Steig einer der längsten Weitwanderwege hierzulande. Und sicherlich der mit dem höchsten Anteil an Naturpfaden.
„Bei der Routenführung des Saar-Hunsrück-Steigs wurde viel Wert darauf gelegt, dass dieser möglichst viel auf Wanderpfaden und fernab von Orten und Städten verläuft. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich tatsächlich ein bisschen erstaunt war, wie gut das gelungen ist."
Ein steiles, wildes Stück Hunsrück
Hinter Scheiden wecken respekteinflößende Flurnamen Vorfreude: Schlangenfelsen, Adelsfelsen, Bärenfelsen. Die Ruine Grimburg ist einer der Höhepunkte auf der 6. Etappe. Kurz zuvor aber, nahe beim Grimburgerhof, stehen Wanderer an einer Abzweigung: Rechts geht es Richtung Idar-Oberstein, links in die Römerstadt Trier an der Mosel. Die deutlich längere Strecke führt über den Hauptkamm des Hunsrücks. Immer wieder lange Momente der Stille, besonders im Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Alter Buchen- und Eichenbestand, steile Felswände, bizarre Rosselhalden (durch Verwitterung abgesprengte Steinsmassen) und seltene Hangmoore machen den Nationalpark Hunsrück-Hochwald einzigartig. Das „Dach des Hunsrücks“, der Erbeskopf (816 m), höchster Punkt von Rheinland-Pfalz, wird auf der 10. Etappe erreicht. Die Skulptur »Windklang« des Bildhauers Christoph Mancke sollte man sich nicht entgehen lassen. Der Wind kreiert in der Stille der Hunsrücklandschaft seinen eigenen Sound. Die Natur als Orchester. Von ihren Aussichtsplattform hat man einen beeindruckenden Weitblick über die Region. Auch das Nationalparktor Erbeskopf ist eine lohnende Anlaufstelle. Unten ein Bistro, ein paar Stufen hoch eine Ausstellung, die interaktiv Lust auf den Lebensraum Wald macht.
Spannendes und Bleibendes
Morbach (10. Etappe) ist der Geburtsort von Edgar Reitz. Mit seiner monumentalen »Heimat«-Trilogie setzte der Regisseur dem Hunsrück ein künstlerisches Denkmal. Sein Geburtshaus ist heute Museum und Café. Der Räuberhauptmann Johannes Bückler, der unter dem Namen »Schinderhannes« im Hunsrück sein Unwesen trieb, war mal in der Fachwerkidylle Herrstein inhaftiert. Er wurde 1803 hingerichtet. Oder das Erscheinungsbild vieler Ortschaften, die vom allgegenwärtigen Schiefer geprägt sind. Kein Wunder, schließlich ist der Hunsrück Teil des rheinischen Schiefergebirges. Das obere Hahnenbachtal (14. Etappe) zählt sicherlich zu den ursprünglichsten Hunsrücktälern. Zahlreiche Blockhalden zeugen noch heute vom Schieferbergbau.
Dem Rhein entgegen
Im nordöstlichen Hunsrück prägen wellige Hochplateaus und tief eingeschnittene Täler die Landschaft. Die malerische „Altlayer Schweiz“ (17. Etappe) ist eine erste Kostprobe. Hinter Kastellaun, kommt keiner am Touristenmagnet Geierlay-Hängeseilbrücke (19. Etappe) vorbei: kein Eintritt, viel Adrenalin! Die Baybachklamm hat sich Laufe von Millionen Jahren fast 200 Meter tief ins Hunsrücker Schiefergestein geschnitten, rechts und links bizarre Felswände. Hier klapperten einst über 30 Mühlen. Jetzt erleben Wanderer ein ganz besonderes Naturerlebnis. Ein ums andere Mal sind steile, feuchte Felspassagen zu bewältigen, Stahlseile erleichtern mitunter die rutschige Kletterpartie. Ebenso urwüchsig ist die Ehrbachklamm (22. Etappe). Ein letztes Naturspektakel, ehe es dem Rhein entgegengeht. Boppard mit seiner reizvollen Fachwerkaltstadt zeigt sich als Finale würdig.
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