Europas größter Stadtwald, die barocken Herrenhäuser Gärten, viele Parks und Gärten – Naturnähe spielt in Niedersachsens Landeshauptstadt eine Hauptrolle.

Kultur im Grünen – dafür steht die Urlaubsregion Hannover! Ein Ort zum entspannten Verweilen und Erholen mitten in der Stadt oder wenige Kilometer entfernt.
Hans Christian Nolte, Geschäftsführer Hannover Marketing und Tourismus GmbH

Von der 97 Meter hohen Aussichtsplattform auf dem Neuen Rathaus, sind die vielen grünen Flecken und Flächen bestens zu sehen. Der Maschpark, die Herrenhäuser Gärten und der Stadtwald Eilenriede. Über dem Patchwork aus Stadt und Grünflächen grüßt am Horizont der Höhenzug Deister. Das Wanderparadies im Calenberger Bergland ragt bis auf über 400 Meter über der Norddeutschen Tiefebene auf. Buchen-, Fichten- und Eichen stehen auf dem Kamm. Frühgeschichtliche Geschichtsträchtige Orte wie Hügelgräber, Ringwallanlagen und uralte Grenzsteine können auf zahlreichen Waldwegen und –pfaden erwandert werden.

Gärten und Parks in Hannover

Doch erst bleiben wir in der Stadt, deren Stadtfläche zu erstaunlichen 40 Prozent aus Blau und Grün besteht. Seen Parks, Kleingartenanlagen und parkartige Friedhöfe machen die Niedersächsische Landeshauptstadt zu einer lebenswerten Stadt. Um die zahlreichen öffentlichen und privaten Parks, Gärten und Landschaftsräume in den 21 Kommunen der Region Hannover aufzuwerten und auch als kulturelle Orte erlebbar zu machen, wurde 2009 die „Gartenregion Hannover“ gegründet. In der Aktion „Die offene Pforte“ öffnen Gartenbesitzer ihre grünen Schmuckstücke für gartenbegeisterte Besucher. Zudem entstehen Freiluftsportorte und Freibäder und dienen dabei auch als Kulisse für Lesungen, Konzerte, Filmvorführungen oder Kunstausstellungen.

  • Über 300 Jahre feudale Lebensart und Gartenbaukunst. Berggarten, Großer Garten, Georgen- und Welfengarten bilden eines der bedeutendsten Barockgartenensembles in Europa – bequem mit der Straßenbahn zu erreichen. Was einst im Berggarten bescheiden als Gemüsegarten begann, wandelte sich unter Herzog Georg von Calenberg. Sein Sohn Johann Friedrich ließ sich dann ein erstes Schloss erbauen, inklusive Lustgarten. Kurfürstin Sophie, inspiriert durch den Sonnenkönig Ludwig XIV., ließ den Großen Garten Ende nach französischem Vorbild anlegen. Später erfolgte eine Umgestaltung im Sinne des Klassizismus. Der idyllische Georgengarten im Stil englischer Landschaftsparks mit Baumgruppen, Grünflächen, Durchblicken, stillen Winkeln und Tausenden unterschiedlichen Pflanzen aus verschiedensten Klimazonen und vielen seltenen Kakteenarten ist ideal zum Flanieren.

  • Mit seiner „wildschönen Natur“, „heiteren Wiesen“ und dem „dunklen Hain der Einsamkeit“ zählt der 1766 angelegte Garten zu den frühesten Landschaftsgärten in Deutschland. Als Amtmann des damaligen Klosters Marienwerder ließ Jobst Anton von Hin den großen Park in Hannovers Westen nach englischem Vorbild anlegen, wie damals üblich als harmonische Einheit von schön gestalteter Landschaft und landwirtschaftlicher Nutzung.

  • Im Vergleich zu anderen Parks in Hannover eher klein und bescheiden aber dennoch ein bedeutendes Gartenkunstwerk. 1951 fand hier die erste Bundesgartenschau (BUGA) statt. Die neoklassizistische Stadthalle (Congress-Centrum HCC) steht unter Denkmalschutz. Wer botanische Vielfalt oder ruhigen Naturgenuss sucht wandert den Rundweg durch den Großen Staudengarten oder den Rosengarten mit weit über hundert Sorten und lauscht den Wasserspielen des Fontänengartens oder schaltet im Japanische Teegarten ab. 

  • Wie sehen eigentlich Insekten? Über welche Distanz wird Flüstern gehört? Welche Farben leuchten in der Natur? Der Park in Laatzen, zwischen Landschaftsschutzgebiet Mastbruchholz und der Leineaue, lädt an über 30 Erlebnisstationen dazu ein, sich selber auszuprobieren. Unterwegs werden die vier Elemente Luft, Wasser, Feuer und Erde spürbar. Sehen, hören, fühlen, schmecken, riechen  – durch „sinnvolle“ Kunst kann ein Spaziergang im Park zu einem kurzweiligen Aufenthalt werden. Der Park der Sinne ist gestalterischer Schwerpunkt des EXPO-Projekts „Regionaler Landschaftsraum“. 

  • Im Osten ließ Herzog Johann Friedrich 1678/79 einen Eichen- und Buchenwald als Wildpark für die Hofjagd anlegen. Seinerzeit wurden 120 Stück Damwild ausgesetzt. Von Beginn an standen Jagd, Wild, historische Waldbauformen (Hutewald) und  Waldästhetik im Vordergrund und nicht wie in vielen anderen Wäldern die rein auf Ertrag ausgerichtete Holzproduktion. Dadurch konnten sich alte Baumbestände entwickeln, die heute entscheidend dazu beitragen, dass im Tiergarten Waldbilder von seltener Schönheit und Ausdruckskraft zu bewundern sind.

    Neben dem Damwild leben heute vor allem Wildschweine, Rehe und Hirsche im Tiergarten.

  • Ein großer Gutsbesitz der Familie von Alten, der unterhalb des Lindener Berges liegt, wurde Ende des 17. Jahrhunderts an die Familie von Platen verpachtet. Diese ließ im heutigen Stadtteil Linden in nur wenigen Jahren einen in seiner Zeit berühmten barocken Garten mit zentralem Lustschloss anlegen, in dem der herzögliche Hof häufig zu Gast war. Ende des 18. Jahrhunderts ging der Besitz wieder an die Familie von Alten zurück und wurde in einen Landschaftsgarten umgewandelt.

    Nach der Zerstörung des Schlosses im Zweiten Weltkrieg wurden wesentliche Teile als Parkanlage mit Spielplätzen und Rasenflächen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Den besonderen Reiz: sein alter Baumbestand.

  • Wo über Jahrhunderte Bauern ihre Schweine zur Eichelsuche hintrieben und Holz geschlagen wurde, breitet sich heute der größte Stadtwald der Welt aus. Das Freizeitparadies im Herzen der Stadt ist mehr als doppelt so groß wie der Central Park in New York und wird von den Einheimischen geliebt, gehegt und gepflegt. Die grüne Lunge der Stadt lockt mit einem 130 Kilometer (!) langen Wegenetz (80 Kilometer Wanderwege, 38 Kilometer Radwege, 11 Kilometer Reitwege), zehn Spielplätzen, zwölf Liegewiesen und einem Zoo. Einmal präsentiert sich die Eilenriede wie ein Park, mit Teichen, kleinen Brücken und Ruhebänken, dann ist sie einfach nur Wald. Zentraler Anlaufpunkt ist der Lister Turm mit Gewölberestaurant und beliebtem Biergarten unter Buchen und Eichen. Am 36 Meter hohen Wald-Hochhaus bietet sich ein umfassender Überblick und eine Entdeckungsreise beim Aufstieg über 184 Stufen, von Stockwerk zu Stockwerk, durch die Natur.

Das Calenberger Land,

die Toskana des Nordens

Wer es nicht glaubt, der kommt an einem dunstigen Morgen zum Sonnenaufgang. Schaut den langen Schatten der Baumreihen beim Wandern über die hügeligen Wiesen und Felder zu. Die Landschaft erstreckt sich südwestlich von Hannover, zwischen Deister und Leineaue, und zählte schon im Mittelalter Dank seiner Lage an wichtige Handelsstraßen, vielen Bodenschätzen und fruchtbaren Lehmböden zu den besser gestellten Regionen. Wer die Produkte aus heimischen Anbau genießen möchte, begibt sich auf die Hofladenroute zu 16 landwirtschaftlichen Betrieben zwischen Wennigsen und Springe, die Frisches vom Hof anbieten.

Kunst und Kultur an der Leine

Der Reichtum der Region rundum die Städte Barsinghausen, Springe, Pattensen, Ronnenberg, Gehrden und die Gemeinde Wennigsen zeigt sich auch an zahlreichen feudalen und sakralen Bauwerken entlang der Leine. Die Klöster in Barsinghausen, Wennigsen und Wülfinghausen zeigen sich bis heute prachtvoll. Wer sich eine Auszeit vom Alltag gönnen möchte ist hier herzlich willkommen, sei es auf der Suche nach Stille und Gebet oder zur tatkräftigen Mitarbeit am täglichen Klosterleben. Hoch über der Leine thront die Marienburg. Das „Märchenschloss“ der Welfen bei Nordstemmen ließ Georg V., der letzte König von Hannover, zwischen 1858 und 1867 im neugotischen Stil als Sommersitz mit 130 (!) Räumen für seine Gemahlin Marie bauen. Neben der ganzen Pracht gab es auch schon Komfort: einen Rittersaal mit Fußbodenheizung, in der Küche fließend Warmwasser. Königin Marie konnte ihr Traumschloss allerdings nur kurz bewohnen, sie musste ihrem Mann ins Exil nach Wien folgen. Danach stand das weitläufige Schloss fast 80 Jahre leer. Heute ist Schloss Marienburg ein beliebtes Ausflugsziel, Museum und Veranstaltungsort. Es gibt Führungen, in der Schlosskapelle kann man sich trauen lassen, und der romantische Innenhof ist im Sommer Kulisse für Klassik, Kleinkunst und Kunterbuntes. Zudem können Gäste im Café, Biergarten und Restaurant im Stil eines französischen Bistros aus dem 19. Jahrhundert einkehren und vom 40 Meter hohen Schlossturm den Blick vom Deister bis zu Silhouette von Hannover schweifen lassen.

  • Kontakt

    Hannover Tourist Information
    Ernst-August-Platz 8
    30159 Hannover
    Tel. +49/(0)511/12 345111
    info@hannover-tourismus.de
    www.visit-hannover.com

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