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Auf geht’s: Wandern in der Schweiz

Grüezi“. „Bonjour“. „Buongiorno“. „Allegra“. So vielfältig wie die Begrüßungen in der Schweiz sind auch die Wanderwege: Einen Berggipfel besteigen, über Alpwiesen wandern oder lieber durch Wälder streifen? Sie entscheiden! Auf mehr als 65.000 Kilometern Wanderwegen können Sie praktisch jeden Winkel der Schweiz zu Fuß entdecken.

Auf dem Plateau der Alp Grüm, eine Tageswanderung entfernt von Pontresina, wird jeden Abend großes Kino gezeigt. Dort oben, auf der Terrasse des „Belvedere“, kann man der Sonne dabei zusehen, wie sie als roter Feuerball in die Wolken plumpst. Es ist einer der schönsten Momente auf der „Via Valtellina“, diesem herrlichen Fernwanderweg durch den Südostzipfel der Schweiz.


Wandern auf historischen Wegen


Die Via Valtellina ist eine historische Säumerroute, auf der einst Wein von Italien nach Graubünden und Österreich transportiert wurde. Säumerkolonnen brachten das kostbare Gut aus dem Veltlin über den Berninapass, den Scalettapass und das Schlappinerjoch in den Norden. Heute ist die Via Valtellina ein abwechslungsreicher Fernwanderweg, der im Schweizer Teil vom mondänen Bergort Davos bis ins italienisch angehauchte Poschiavo führt.


Der Weg ist perfekt für alle, die keinen schweren Rucksack schultern wollen: Ein Package macht es möglich, das Gepäck morgens im Hotel oder auf der Hütte abzugeben und es mit dem Zug voraus zum nächsten Etappenziel reisen zu lassen. Man selbst trägt dann nur noch einen Tagesrucksack mit dem Proviant fürs Picknick. Und hat den Kopf frei für herrliche Aussichten.


Von denen gibt es reichlich auf der Via Valtellina, etwa auf der Etappe von Pontresina nach Alp Grüm. Man läuft durch einen bunten Wald hinauf nach Diavolezza, von dort mäandert der Weg über eine wilde Steppenlandschaft bis zum Bernina-Pass. Da liegt dann der Lago Bianco eisblau in der Sonne und dahinter streckt der Piz Cambrena seine Gletscherzunge hinaus.


Am Ende des Tages landet man im „Belvedere“, jener Herberge mit Bilderbuch-Sonnenuntergang, die wie ein Adlerhorst am Berg klebt. Das Gepäck ist schon angekommen, die Hüttenwirtin steht in der Küche und lässt eine Portion „Chnöpfli“, Spätzle, ins heiße Wasser gleiten. Die Tagesgäste sind längst wieder im Tal, jetzt sitzen in der Stube nur noch die zusammen, die auch über Nacht bleiben: müde Wanderer mit großem Appetit. Und die Hüttenwirtin weiß, wie man sie glücklich macht. Sie fischt die Chnöpfli aus dem Wasser und richtet sie mit „Gemspfeffer“, Wildgulasch, an. „Meine Gäste sollen den Geschmack der Berge mitnehmen“, sagt sie.  Als sie die schwer beladenen Teller an die Tische bringt, seufzen die Wanderer ergeben.


Am nächsten Morgen blickt man vom Bett aus in ein Bergpanorama, das den Atem raubt. „Hier oben ist für mich der schönste Ort der Welt“, sagt die Hüttenwirtin beim Frühstück und man kann ihr nur zustimmen. Leider muss man den schönsten Ort der Welt bald schon wieder verlassen. Schließlich ist man nicht gekommen, um zu bleiben – sondern um zu wandern. Die nächste Tagesetappe wartet schon. 


Naturspektakel am Wegesrand


Sie führt auf der Südseite des Berninapasses aus der alpinen Kulisse hinaus hinunter in das quirlige Städtchen Poschiavo. Auf dem Weg dorthin kommt man auch an den Gletschermühlen von Cavaglia vorbei, einer geologische Attraktion: Das Gletscherwasser vom Piz Palü hat dort zusammen mit Schutt und Geröll den harten Fels bearbeitet und riesige Löcher in den Boden gemahlen.


Dass diese Fernwanderung nicht an die Erschöpfungsgrenze führt, liegt auch an der bedächtigen Etappen-Einteilung: Man ist nie länger als fünf Stunden auf den Beinen. Die Wege sind gut beschildert und mit einer guten Kondition für Jedermann zu bewältigen. Und manchmal steht auf halber Strecke eine dieser Alphütten, in der eine Sennerin selbst gemachte Tagliatelle mit Steinpilzen auftischt und später auf den Espresso eine Crema zaubert, die jeden Italiener vor Neid erblassen ließe.


Und sollten dennoch die Beine einmal schwer werden, braucht man nur auf den nächsten Zug warten. Denn die „Via Valtellina“ verläuft größtenteils parallel zur Bernina-Linie, dieser wunderschönen historischen Bahnstrecke zwischen Thusis und Tirano. Mit der Buchung des Packages hat man auch einen Freifahrtsschein für die roten Züge erworben: Man kann jederzeit einsteigen und sich durch das großartige Panorama kutschieren lassen.

Info:


http://www.kulturwege-schweiz.ch/via-routen/viavaltellina.html
Kontakt für die Tour als Package mit Übernachtung und Gepäcktransport:
TourEvent GmbH
+41 81 420 40 80
info@tourevent.ch



Höher, schöner, weiter: die Schweizer Fernwanderwege


Ein Start, ein Ziel, und dazwischen mehrere, anspruchsvolle Tagestouren: Es gibt wohl keine schönere Art, die Schweiz zu entdecken, als über einen der zahlreichen Fernwanderwege. Und je länger man läuft, desto weiter lässt man den Alltag zurück. Wer Herausforderungen liebt, findet zum Beispiel auf dem 600 Kilometer langen „Alpenpässeweg“ von Chur im Kanton Graubünden nach St. Gingolph am Genfersee sein Glück. Die Route führt über 40.000 Höhenmeter! Aber oft ist gar nicht der Gipfel das Ziel – sondern der nächste Pass. Am Weg hat man allerbeste Aussichten auf die Bündner und Walliser Alpen. Und auch die „Via Alpina“ von Vaduz in Liechtenstein nach Montreux am Genfer See ist eine passreiche Tour: Die Route verläuft in 20 Etappen quer durch sechs Schweizer Kantone, überquert dabei 14 der schönsten Alpenpässe und führt dabei auch immer wieder weit weg vom Gedränge durch abgelegenen Dörfer und hinauf auf luftige Gratpfade.

 

Gemeinsam auf den Berg: Wandern mit Kindern


Der Kuckuck ruft genau im richtigen Augenblick: Kurz nachdem man sich in der Nähe von Zernez im Schweizerischen Nationalparks bei Zernez auf den Weg gemacht hat, meldet sich der Vogel auf dem GPS-Gerät. Er ist der erste von zehn virtuellen Begleitern und er erzählt eine Geschichte, die genau zu dem Ort passt, an dem man sich gerade befindet. Die Neugier der Kinder ist geweckt, und die Wanderung durch den Nationalpark wird zum Erlebnis für die ganze Familie. Der Weg führt über „das lange Feld“ (Champlönch) zur Alp Grimmels, dann im Zickzackkurs runter zur Ova da Val Ftur und gemütlich an den Hängen des Piz dal Fuorn entlang. Den Kindern wird dabei nie langweilig – im Gegenteil! Sie können es kaum erwarten, bis der Kuckuck den nächsten virtuellen Gast ankündigt: Marmotin, das Murmeltier; Tumasch, den Rothirsch oder Tina, die Gämse. Die Tour endet am romantischen Hotel „Il Fuorn“, früher ein beliebter Etappenort für Reisende, Säumer und Schmuggler und heute das „Basislager“ für alle Nationalpark-Besucher. Es ist bis heute das einzige Hotel im 100 Jahre alten Park.


Auch im Kanton Uri in der sagenumwobenen Urner Berg- und Seenlandschaft können sich Familien mit Kindern auf eine abwechslungsreiche Tour freuen: „Tatort Tell“ heißt das Geländespiel, bei dem alle Familienmitglieder zusammen einen Mord aufklären: In der Hohlen Gasse bei Küssnacht wurde ein Mann erschossen. Der Pfeil einer Armbrust traf ihn mitten ins Herz. Die Kinder ermitteln im Fall um den ermordeten Landvogt und begeben sich, ausgerüstet mit einem „Kommissar-Rucksack“, auf eine Wanderung auf Tells Spuren durch die atemberaubende Berglandschaft am Urner See.
 

Tipp: Die Schweizer Reisekasse Reka vermittelt preisgünstigen Familienurlaub und unterhält in der Schweiz eigene Feriendörfer mit Kinderbetreuung. Tel. 0041-31-329 66 99, www.reka.ch

 

Wandern mit Genuss


Gehört für Sie zu einer gelungenen Wanderung auch ein gutes Glas Wein? Dann sind Sie auf der Strecke von St.Saphorin nach Lutry gut aufgehoben, denn hier kommen Genießer auf Touren! Die Wanderung führt in abwechslungsreichem Auf und Ab durch die wunderschönen Weinterrassen des Lauvaux-Gebietes oberhalb des Genfer Sees. Die verwegen in den Hang gebauten „Terrasses de Lavaux“ wurden bereits im 12. Jahrhundert angelegt und sind 2007 von der Unesco zum Welterbe geadelt worden. Die Weine von dort genießen einen exzellenten Ruf! Da wäre es ja fast schon ein Verbrechen, die zahlreichen Weinkellern und urigen Lokale am Wegesrand links liegen zu lassen. Wer diese Landschaft mit allen Sinnen erleben will, sollte sie auch kosten. Und nach einem Gläschen Chasselas lässt sich das dynamische Auf und Ab der Wanderung noch mehr genießen. An einigen Wochentagen steht aber auch der „Lavaux Express" bereit, der die müden Wanderer bequem durch das Welterbegebiet fährt.


Auch auf anderen Wanderrouten, wie etwa auf der „Trans Swiss Trail“-Etappe von Langnau nach Eggiwil, lässt sich ein wunderbares Schweizer Produkt direkt an der Strecke entdecken. Dort führt der Wanderweg über einen typisch emmentalischer Flickenteppich aus Eggen, Gräben, Flur und Wal. Und irgendwann, steht man vor einer urigen Käserei. Bei „Hüpfenboden“ werden jeden Tag mit viel Herzblut und 2400 Litern Milch zwei Laibe Emmentaler produziert. Probieren, einkaufen und auf die Wanderung mitnehmen ist ausdrücklich erwünscht.
 

Wohl verdienter Hüttenzauber


Schweizer Berghütten sind magische Orten in der Höhe, fernab von Lärm und Hektik. Die Luft riecht nach Almkräutern, die Handys haben oft keinen Empfang mehr und das Essen schmeckt besser als irgendwo sonst auf der Welt. Denn hier oben, mit Blick auf die Gipfel, ist man mit sich und der Stille weitgehend allein. Wer die Abgeschiedenheit liebt, wird sich in der Baltschiederklause im Unesco-Welterbe der Jungfrau-Aletsch-Region wie im Siebten Himmel fühlen. Sechs Stunden dauert der Aufstieg zu dieser Hütte. Wer den Adrenalinkick sucht, wählt den Weg entlang der Niwärch-Suone, der auf schmalen Holzstegen mitten durch die Felswand führt. In der Hütte warten dann ein leckeres Essen, sechs Schlafräume -  und ein unbezahlbarer Blick auf das Bietschhorn. Auch in der „Cabane des Diablerets“ in den Waadtländer Alpen in der Westschweiz hat man Top-Aussichten: Die 112 Jahre alte Steinhütte klebt über einem Felsabgrund mitten in einer schroffen Mondlandschaft. Darüber erhebt sich das gigantische Diablerets-Massiv. Zudem ist die Hüttenwartin eine begnadete Köchin. Sie serviert eine wunderbare, heiße Köstlichkeit aus überbackenem Tomme-Käse, Lauch und Ofenkartoffel und hinterher himmlische Torten, die sie in ihrer kleinen Almküche selbst zubereitet. Die Bündner Nusstorte ist ein Gedicht: saftig, nicht zu süß und mit reichlich knackigen Nusstücken versehen. Wer sich davon nicht trennen kann, bleibt über Nacht und schläft in einer der gemütliche Holzkojen.


Nützliche Apps zum Wandern


Schweiz Mobil
Die App ist ein Muss für alle, die gerne draußen unterwegs sind: Neben den Landkarten von „swisstopo“ (den besten!) hat sie das gesamte Schweizer Wanderwegenetz von mehr als 60.000 Kilometern gespeichert, außerdem 500 Routen für Winteraktivitäten – und eine Kompassfunktion.

Swiss Hike
Mit der App von Schweiz Tourismus lassen sich die schönsten Wanderungen in der Schweiz, inklusive kurzen Beschreibungen, Höhenprofilen, Länge, Schwierigkeit und dem dazugehörigen „swisstopo“-Kartenausschnitt offline abrufen. Außerdem stehen Restaurant- und Unterkunfttipps entlang der Route zur Verfügung. Sehr praktisch!

Uepaa!
Man hofft, dass man diese App nie braucht. Aber gerade auf anspruchsvollen Wanderungen oder Bergtouren, auf denen  es streckenweise keinen Handy-Empfang gibt, ist es gut zu wissen, dass man „Uepaa!“ dabei hat. Denn die App funktioniert wie eine klassische Notrufzentrale, mit der man von überall mit einem Rettungsdienst sprechen kann. In der Premium-Version kann „Uepaa!“ sogar mit Hilfe der Handysensoren automatisch Unfälle erkennen und die Position übermitteln.

 

Weitere Infos
Die schönsten Wandertouren in der Schweiz
https://www.myswitzerland.com/de-ˇde/erlebnisse/wandern.html
Alle Schweizer Wanderrouten
https://www.schweizmobil.ch/de/wanderland.html



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