Trittsteine stellen eine einfache, robuste und naturnahe Lösung dar, um dauerhaft feuchte oder überflutete Stellen auf Wanderwegen begehbar zu halten. Sie ersetzen in einigen Fällen kleine Brücken oder Stege, sind langlebig, wartungsarm und fügen sich gut in das Landschaftsbild ein. Insbesondere bei querenden Bächen oder wasserführenden Senken tragen sie zur Sicherung des Weges und zur Erhaltung der Wegqualität bei.
Ausgangslage
Viele Wanderwege führen über kleinere Bäche, Quellbereiche oder feuchte Senken. Durch den Klimawandel nehmen Starkregenereignisse und die Dauer von Nässeperioden zu – Wege werden häufiger und länger unpassierbar oder rutschig. Klassische Lösungen wie Brücken sind oft anfällig für Hochwasserschäden und damit wartungsintensiv oder in feuchten Lagen schnell sanierungsbedürftig. Eine einfache, dauerhafte Lösung, die wenig Unterhalt benötigt und auch bei wechselnden Wasserständen verlässlich funktioniert, ist gefragt, um sowohl die Begehbarkeit als auch den Schutz von sensiblen Bereichen zu gewährleisten.
Umsetzung
Trittsteine können dort zum Einsatz kommen, wo Wegabschnitte dauerhaft feucht oder regelmäßig überschwemmt sind, etwa bei Querungen kleiner Bäche oder nasser Senken. Sie stellen eine einfache, langlebige und wartungsarme Lösung dar, um Wege auch bei widrigen Bedingungen begehbar zu halten. Je nach Gelände und Nutzung kommen Natur- oder Betonsteine zum Einsatz, idealerweise trittsicher, leicht erhöht und mit stabiler Setzung im Boden oder Gewässergrund.
Solche einfachen baulichen Maßnahmen erfordern keine aufwendige Infrastruktur, können aber an entscheidenden Stellen die Durchgängigkeit der Wege erhalten. Entscheidend ist, dass Standorte gezielt gewählt und die Steine sicher verlegt werden.
Ergänzend ist eine transparente Kommunikation wichtig: Bei Hochwasser oder starkem Wasserstand können auch Trittsteine unpassierbar sein, in solchen Fällen sollten ausgeschilderte Alternativrouten bereitstehen und entsprechend kommuniziert werden. Hinweise auf die Trittsteine, etwa im Tourenportal, auf Infotafeln oder in der Wegbeschreibung, können auf die besondere Wegsituation sowie den ggf. erhöhten Schwierigkeitsgrad hinweisen und helfen, die Erwartungen der Wandernden realistisch zu steuern.
Dass die Trittsteine in der Praxis funktionieren, zeigen die folgenden Beispiele aus unterschiedlichen Wanderregionen:
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Nachdem die kleine Brücke („Steinernes Brückle“) aus Sicherheitsgründen gesperrt wurde, verweist ein Hinweis auf Outdooractive auf Trittsteine zur Bachquerung. Dieses Beispiel zeigt nicht nur den praktischen Einsatz, sondern auch die Bedeutung transparenter Kommunikation gegenüber den Gästen.
Meldung: Steinernes Brückle nicht mehr begehbar © Nördlicher Schwarzwald
Steinernes Brückle - Absperrung © Manuela Röskamm / Nördlicher Schwarzwald
Trittsteine im Schweinbachtal als Alternaitve zum Steinernen Brückle © Stadt Calw
Trittsteine im Schweinsbachtal © Stadt Calw -
Auf der Qualitätstour „Hb1 Heubergweg“ in Oedelsheim wurde ein kleiner Bach mit Naturstein-Trittsteinen ausgestattet, um eine sichere Querung zu ermöglichen. Zuvor kamen vorübergehend Betonsteine als Zwischenlösung zum Einsatz. Bei Hochwasser steht eine ausgeschilderte Alternativroute zur Verfügung.
Trittsteine aus Beton als Zwischenlösung in der Solling-Vogler-Region © Reinhard Herwig
Trittsteine aus Naturstein in der Solling-Vogler-Region © Reinhard Herwig
Trittsteine aus Naturstein in der Solling-Vogler-Region © Reinhard Herwig -
Auf dem Rundwanderweg „Wölfiser Runde“ im Thüringer Wald wurde eine kleine Furt mit Trittsteinen befestigt. Sie ermöglicht eine trockene Querung des Hopbachs.
Furt mit Trittsteinen durch den Hopbach © Thüringer Wald -
Auch auf der Ohetalrunde sichern Trittsteine die Bachquerung der Ohe. Die naturnah integrierten Steine machen den Weg passierbar und sorgen für ein naturverträgliches Wandererlebnis. Allerdings ist die Querung bei Hochwasser nicht möglich, darauf wird online in der Routenbeschreibung hingewiesen. Das Beispiel zeigt, wie mit einfachen Mitteln eine Lösung umgesetzt werden kann, auch wenn bei Extremereignissen ergänzende Hinweise und/oder Umleitungen notwendig bleiben.
Ohetalrunde: Oheüberquerung nahe Börger © Naturpark Hümmling
Ohetalrunde - Hümmling-Pfade © Naturpark Hümmling